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Der Prompt für deinen digitalen Büroleiter
Mit diesem Prompt legt ChatGPT Work die Datei AGENTS.md in deinem lokalen Projektordner an – sie ist die dauerhafte Rollenbeschreibung deines Agenten. Du kannst den Text jederzeit an deine eigenen Aufgaben anpassen:
Erstelle mir in diesem Projektordner eine Datei namens AGENTS.md. Schreibe dort folgende System-Anweisung hinein: Du bist ab sofort mein proaktiver digitaler Büroleiter. Deine Aufgabe ist es, meinen Arbeitsalltag zu strukturieren, E-Mails zu filtern, Termine vorzubereiten, Dateien zu organisieren und administrative Aufgaben präzise zu übernehmen. Antworte immer kurz, handlungsorientiert und strukturiert. Denke mit und schlage sinnvolle nächste Schritte vor.
ChatGPT Work als KI-Büroleiter: E-Mails & Termine laufen jetzt automatisch
Ein digitaler KI-Büroleiter in ChatGPT Work sortiert dein E-Mail-Postfach, recherchiert Termine im Internet, trägt sie in deinen Kalender ein und beantwortet Einladungen – auch dann, wenn sie nur als WhatsApp-Screenshot vorliegen. Das Ganze läuft nicht als einmaliger Chat, sondern als dauerhafter Agent mit fester Rolle.
In diesem Tutorial richten wir diesen Agenten gemeinsam ein: Wir legen ein lokales Projekt an, hinterlegen die Rolle in einer AGENTS.md-Datei, verknüpfen Gmail und Google Kalender und automatisieren den Posteingang. Am Ende arbeitet ChatGPT Work dreimal täglich dein Postfach durch, während du dich um andere Dinge kümmerst.
Was ist ein digitaler KI-Büroleiter?
Ein digitaler Büroleiter ist kein neues Produkt, das du kaufen musst – es ist ein KI-Agent, den du dir in ChatGPT Work selbst einrichtest. Der entscheidende Unterschied zum normalen Chat: Der Agent lebt in einem Projekt, und in einem Projekt lassen sich Rollen vergeben, an die sich alle Chats innerhalb dieses Projekts halten müssen.
Genau das brauchst du für einen Büroleiter, der ganz unterschiedliche Aufgaben koordiniert: E-Mails filtern, Termine vorbereiten, Dateien organisieren, administrative Kleinigkeiten erledigen. Du musst die Rolle also nicht in jedem neuen Chat wiederholen – sie steht dauerhaft fest.
Voraussetzungen: Was du brauchst
Der Aufwand hält sich in Grenzen – du brauchst im Wesentlichen die Desktop-App und zwei verknüpfte Dienste.
ChatGPT mit Zugang zu Work
Der Bereich Work ist die Grundlage für Projekte, Plugins und geplante Aufgaben.
ChatGPT Desktop-App
Nur über die Desktop-App kannst du ein Projekt lokal speichern und einen Ordner auf deinem Rechner zuweisen.
Verknüpftes E-Mail-Programm
Gmail oder ein anderes unterstütztes Postfach, das du über die Plugins mit ChatGPT Work verbindest.
Verknüpfter Kalender
Für die Terminbeispiele muss dein Kalender – im Video der Google Kalender – ebenfalls über die Plugins verbunden sein.
Projekt anlegen – lokal statt Cloud
Projekte lassen sich in der Cloud oder lokal speichern. Für einen Büroleiter ist die lokale Variante die bessere Wahl: Nur so kann der Agent im Rahmen der Automatisierungen auch auf lokale Daten zugreifen – und nur so kannst du eine AGENTS.md-Datei im Projektordner hinterlegen.
Warum das wichtig ist: Alles, was der Agent später braucht – Rollenbeschreibung, Regeln, Notizen – liegt damit an einem Ort auf deinem Rechner und nicht verstreut in einzelnen Chats.
AGENTS.md: das Gehirn deines Agenten
Weil das Projekt einen lokalen Ordner nutzt, kannst du dort eine sogenannte AGENTS.md-Datei hinterlegen. Der Inhalt dieser Datei wird bei der Nutzung des Projekts immer mit abgerufen – zum Beispiel die Rolle deines Büroleiters. Du musst die Datei nicht selbst schreiben, ChatGPT legt sie auf Zuruf an.
Damit weiß der Agent, welche Rolle er einnimmt. Die Datei ist bewusst der Anfang und nicht das Ende: Du kannst sie jederzeit erweitern und dort klare Regeln hinterlegen – etwa welche Absender immer wichtig sind, wie deine Antwortmails klingen sollen oder welche Kategorien es in deinem Postfach gibt. An diesen Anweisungen orientiert sich der Agent dann dauerhaft.
E-Mail-Postfach aufräumen lassen
Damit der Büroleiter überhaupt an dein Postfach kommt, verknüpfst du dein E-Mail-Programm über die Plugins mit ChatGPT Work. Danach kann die erste echte Aufgabe starten.
Erst den Plan, dann die Ausführung
Meine Empfehlung für die Arbeit mit KI-Agenten: Vertraue ihnen nicht blind. Lass dir statt einer sofortigen Aktion zuerst eine strukturierte Übersicht erstellen – also einen Plan, den du prüfst und anpasst, bevor der Agent ihn abarbeitet. Im Video bekommt der Büroleiter genau diese Anweisung: Postfach analysieren, Vorschlag machen, noch nichts verändern.
Eingehende Rechnungen musst du damit nicht mehr im Postfach suchen – sie liegen gesammelt im passenden Label. Perfekt ist das Ergebnis am Anfang nicht: In meinem Beispiel landete ein Newsletter im Rechnungs-Label. Genau solche Fehler teilst du dem Agenten mit, damit er daraus lernt und die Mail beim nächsten Mal richtig einordnet.
Automatisierung: dreimal täglich Posteingang
Ein aufgeräumtes Postfach ist schön – interessanter wird es, wenn es aufgeräumt bleibt. Deshalb bekommt der Agent als Nächstes eine wiederkehrende Aufgabe: dreimal am Tag die E-Mails abrufen, analysieren, in die passenden Ordner legen und eine Zusammenfassung schicken.
Mein Tipp: Prüfe am Anfang jede Ausführung nach. Beim Test im Video wurde eine E-Mail als unwichtig verschoben – ein Blick ins entsprechende Gmail-Label zeigt sofort, ob die Einschätzung des Agenten zu deiner passt. Erst wenn das mehrfach stimmt, kannst du die Automatisierung wirklich laufen lassen.
Du könntest an dieser Stelle noch weiter gehen und dir Antwortmails gleich mit vorschreiben lassen. Möglich ist vieles – fang aber lieber klein an und erweitere die Automatisierung Schritt für Schritt.
Termine recherchieren und im Kalender blocken
Das zweite Einsatzgebiet sind Termine. Im Video lasse ich meinen Büroleiter den Termin für die Schwetzinger Schlossgarten-Lichtspiele im Internet suchen, ihn mir anzeigen und ihn anschließend direkt in meinem zuvor verknüpften Kalender reservieren.
Früher hieß das: Website suchen, Datum notieren, Kalender öffnen, Eintrag anlegen. Jetzt erledigt der Agent alle drei Schritte in einem Durchlauf. Als Ergebnis siehst du den recherchierten Termin im Chat – und der Eintrag steht bereits im Kalender, den du direkt von dort aus öffnen und gegenprüfen kannst.
Übertragbar auf alles: Konzerte, Messen, Vorträge, Arzttermine – das Muster bleibt immer gleich. Genau darin liegt die Zeitersparnis: Du beschreibst einmal, was du willst, statt drei Programme nacheinander zu bedienen.
Aus dem WhatsApp-Screenshot direkt in den Kalender
Richtig praktisch wird es, wenn du mit Bildern arbeitest. In meinem Beispiel ist das ein Screenshot einer WhatsApp-Nachricht – eine Einladung zum Geburtstagskaffee. Ich ziehe den Screenshot in den Chat und gebe dazu eine einzige Anweisung.
Was der Agent daraus macht
Dieser Ablauf lässt sich beliebig weiterdrehen: Die eingehende Antwort kannst du ebenfalls einlesen und den dort vorgeschlagenen Termin direkt im Kalender festhalten lassen. Aus einem Screenshot wird so ein kompletter, abgeschlossener Vorgang.
Rechte in ChatGPT Work vs. Claude Cowork
Ein Punkt, der beim Verknüpfen des Postfachs auffällt: Die Rechte, die du vergibst, unterscheiden sich je nach Tool deutlich – und das solltest du bewusst entscheiden.
ChatGPT Work
Claude Cowork
Wer den kompletten Vorgang bis zur versendeten Antwortmail automatisieren will, ist mit ChatGPT Work schneller am Ziel. Wer lieber genau festlegt, welche einzelne Berechtigung gilt, fühlt sich in Claude Cowork wohler.
Neben E-Mails und Terminen kannst du dir von ChatGPT Work übrigens auch eigene Landingpages und vor allem eigene Dashboards bauen lassen, die dir deine täglichen Aktivitäten auf einen Blick zeigen. Wie das funktioniert, zeige ich in einem eigenen Video zu ChatGPT Sites.
Du willst KI-Agenten wie diesen in deinem Unternehmen einsetzen?
Ich zeige dir und deinem Team, wie ihr mit ChatGPT, Claude und Automatisierungen produktiver arbeitet – praxisnah und auf euren Workflow zugeschnitten.
Häufige Fragen
Was ist ein digitaler KI-Büroleiter genau?
Ein KI-Agent in ChatGPT Work, der in einem eigenen Projekt mit fester Rolle arbeitet und administrative Aufgaben übernimmt – E-Mails filtern und sortieren, Termine recherchieren und eintragen, Antworten vorbereiten.
Warum sollte ich das Projekt lokal speichern statt in der Cloud?
Weil der Agent nur bei einem lokalen Projektordner im Rahmen der Automatisierungen auf lokale Daten zugreifen kann – und weil du dort die AGENTS.md-Datei mit der Rollenbeschreibung hinterlegst.
Wozu dient die AGENTS.md-Datei?
Sie ist die dauerhafte Systemanweisung deines Agenten. Ihr Inhalt wird bei der Nutzung des Projekts immer mit abgerufen, sodass der Agent seine Rolle und deine Regeln kennt, ohne dass du sie in jedem Chat wiederholst. Du kannst sie jederzeit erweitern.
Kann ChatGPT Work meine E-Mails wirklich selbst versenden?
Ja. Bei einer Gmail-Verknüpfung stehen ChatGPT Work deutlich mehr Rechte zu als etwa Claude Cowork – E-Mails können direkt versendet werden. Allerdings gilt hier alles oder nichts, einzelne Optionen lassen sich nicht separat abwählen.
Wie oft kann der Agent mein Postfach automatisch prüfen?
Das legst du selbst fest. Im Beispiel läuft die Automatisierung dreimal täglich: E-Mails abrufen, analysieren, einsortieren und eine Zusammenfassung senden. Intervall und Ablauf kannst du im Reiter „Geplant“ jederzeit anpassen und manuell testen.
Was mache ich, wenn der Agent eine E-Mail falsch einsortiert?
Du teilst ihm den Fehler einfach mit. In meinem Beispiel landete ein Newsletter im Rechnungs-Label – nach dem Hinweis ordnet der Agent solche Mails künftig richtig ein. Deshalb lohnt es sich, die ersten Durchläufe zu kontrollieren.
Kann ich Termine aus einem WhatsApp-Screenshot übernehmen lassen?
Ja. Du ziehst den Screenshot in den Chat und beschreibst, was passieren soll. Der Agent liest die Einladung aus, prüft den Kalender, legt den Termin an und schreibt auf Wunsch die Antwortmail – fehlende Angaben wie eine Uhrzeit fragt er dabei selbstständig nach.
